Mit der Bestie auf DU
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Rosenkranzkönigin

Anni und Kamera

Es war ein kalter Tag im Februar, als ich und Kamera am Fenster saßen und uns über alte Zeiten und die Filme, die wir gemacht haben, unterhielten.

Ein wenig Wehmut machte sich breit und gewiss auch ein wenig Langeweile, denn ich hatte alle Aufträge zur Website und zu meinem neuen Buch vergeben und wartete auf die Ergebnisse.

Da hatte Kamera eine Idee. Eine sehr gute sogar. Sie sagte, dass oben auf dem Kirchturm seit zwei oder drei Tagen ein Vogel säße. Ein Turmfalke!

 

Der Falke wartet auf  etwas

Vielleicht sei das eine gute Idee, darüber einen Film zu machen. Sie schaffe es auf die Entfernung recht gute Bilder schießen.

Ich war sofort begeistert. Ein Film über Turmfalken –  wie in alten Tagen – nur ich und Kamera. Das Schöne war, dass ich noch nicht einmal ein Drehbuch schreiben musste. Das machte der Turmfalke selber. Wir, also ich und Kamera, wollten nur ab und zu gucken, ob der Falke noch auf dem Turm war und dann fotografieren.

Und so geschah es!

Vermutlich auf einen zweiten Falken

Der Turmfalke blieb dem Kirchturm treu und Anfang März war auf einmal ein zweiter Turmfalke ( da. Anfangs waren beide noch ziemlich schüchtern und jeder hatte seinen eigenen Sitzplatz.

Aber im Laufe der Tage, nach vielen Flügen rund um den Kirchturm,

Das ist schöner als Karussel fahren

waren sie viel zutraulicher zueinander und beide zogen in die Turmwohnung. Kamera ist ein sehr schönes Bild gelungen. Von einem Falken im Landeanflug.

 Bremsen mit ausgebreiteten Flügeln und erstmal abtauchen

Sehr schön ist zu sehen, wie er die Flügel spreizt, um Geschwindigkeit zu verlieren. Mit den ebenfalls gespreizten Schwanzfedern steuert er und bringt eine punktgenaue Landung vor seiner Haustüre zuwege.

Und, zackzack, gelandet!

Das Bild von der Landung des Falken stammt von Anfang April. Und genau Anfang April sagte Kamera, dass sie keine Bilder mehr machen könne. Das war schlimm. Also zog ich Schwarzwaldi, meinen Techniker, zurate und er diagnostizierte, dass das Objektiv kaputt sei. Das war ein schöner Mist. Kamera war ganz traurig und sagte, sie könne versuchen, mit einem anderen Objektiv Bilder aufzunehmen, die aber nicht ganz so gut seien.

„Gut!“, sagte ich, „wir machen weiter Bilder, so gut es geht und das kaputte Objektiv wird repariert“.

Doch aus der Reparatur wurde nichts. Plötzlich waren die Falken nicht mehr da. Jedes Mal, wenn ich mit Kamera zum Kirchturm guckte, war nur ein schwarzes Loch zu sehen. Kein Turmfalke.

Da ich mit den Freiburger Tierstimmenimitatoren beschäftigt war, habe ich schnell Turmfalken und kaputtes Objektiv vergessen.

Ende Mai fanden die Innenaufnahmen zu den Freiburger Tierstimmenimitatoren statt. Theo wollte eines seiner Piratengerichte zubereiten. Natürlich war er überhaupt nicht bei der Sache, sprang durch die Küche, warf mit Gemüse um sich  und glotzte aus dem Fenster.
Ich hatte grade den Entschluss gefasst, das Drehbuch (zum 2304. Mal) umzuschreiben, da gellte Theos Schrei vom Fenster her:

Unbegreiflich, dass ausgerechnet Theo die Jungen entdeckt hat.

„DREI JUNGE FALKEN!“. Tatsächlich! Im Kirchturm waren drei kleine Falkenköpfe zu erkennen. Kamera machte sofort einige Bilder.

Jetzt fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich! So ist es gewesen: Das Turmfalkenweibchen hat ihre Eier gelegt und brütete sie aus. Sie konnte ihr Gelege im Turmzimmer nicht verlassen und war deshalb nicht zu sehen. Das Männchen war vollauf beschäftigt, im Umland Futter für das Weibchen zu suchen.

In den folgenden Wochen wuchsen die kleinen Falken sehr schnell heran,

Eine Woche später

und waren bald so groß, dass nur noch zwei gleichzeitig im Eingang sitzen konnten.

Noch eine Woche später.
Mittlerweile sind die kleinen Falken flügge geworden und werden den Turm bald endgültig verlassen.
Verwaist wird das Turmzimmer vermutlich nicht bleiben.

Langsam heißt es Abschied zu nehmen

Ausgerechnet Federbällchen hat sich als Nachmieterin angemeldet, obwohl sie unter Höhenangst leidet. Vielleicht hofft sie auf die Hauptrolle als Dornröschen oder Rapunzel. Dabei habe ich diese Geschichten noch gar nicht geplant.

Na ja, nicht so ganz