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Rosenkranzkönigin

Tiere vor der Kamera – Elk-Island-NationalparkWieder auf Achse im Dienst der Wissenschaft

Dieses Jahr habe ich meine wissenschaftliche Expedition mit Kamera nach Elk-Island-Nationalpark, Kanada, gemacht. Natürlich haben wir uns auf die Suche nach einer verschollenen, seltenen Vogelart gemacht. Wir wollten den weißen Twittwitt, wie ihn die Eingeborenen nennen, finden.Ein seltener Vogel

 

Der weiße Twittwitt sieht aus wie Federbällchen, nur eben weiß, was darauf hindeutet, dass Federbällchen für ihre öffentlichen Auftritte ziemlich viel gelbe Schminke benötigt.Ein langweiliger und öder See

 

Unsere Reise führte uns an den westlich gelegenen Mixpointbrach-See, einem beschaulichen, ruhig gelegenen Baggersee. Da das Touristenaufkommen gleich null ist (wer außer uns will auch diesen öden Teich fotografieren) konnten wir ungestört mit den Filmarbeiten beginnen.Perfekte Tarnung ist die halbe Tierfotografie

 

Am Ufer des Sees haben wir uns eingebuddelt, um unsichtbar für die Umgebung und ganz besonders für den weißen Twittwitt zu werden. Hier ein kleines Foto des Strandes.Trotz globaler Erwärmung trägt der Elch einen Schal

 

Der erste Tag verlief sehr ruhig. Einzig der seltene Flacheriesenelch ließ sich am gegenüberliegenden Ufer kurzfristig sehen. Tags darauf noch einmal und dann nicht mehr. In der Vergrößerung (im Bild eingeblendet) lässt sich sehr gut erkennen, dass der Flacheriesenelch trotz Hochsommers sich schon auf den kommenden, eisigen Winter in Kanada vorbereitet.Randalierende, jugendliche, schräge  Vögel

 

Am dritten Tag kräuselte sich plötzlich das Wasser. Was war das? Sollte der weiße Twittwitt damit sein Kommen ankündigen, oder waren es die Vorboten eines nahenden Unwetters? Nein, die Lösung des Rätsels war einfach – im Nachhinein. Eine Rotte halbstarker Enten machte das Wasser unsicher. Ohne Rücksicht machten sich die Jungvögel an der Uferböschung zu schaffen … und fraßen.

Nach weiteren vierzehn ereignisreichen Tagen beschlossen ich und Kamera, die nähere Umgebung des Sees zu erkunden. Also verließen wir unser Versteck und machten uns auf den Weg, immer auf der Suche nach dem weißen Twittwitt.

Ein seltenes NaturphänomenEin seltenes NaturphänomenZwei Tage streiften wir ohne eine Spur des weißen Twittwitt zu entdecken durch den Urwald. Plötzlich erblickten wir etwas einzigartiges. Sensationelles. Etwas oft vermutetes, aber bisher nie gesehenes. Eine Gigantea Cannibalis L.! Eine fleischfressende Riesenblattpflanze, wie sie nur in den eisigen Gegenden Kanadas vorkommt. Fasziniert beobachteten wir, wie sie innerhalb von nur sechs Stunden den armen Käfer auflöste und verspachtelte. Zurück blieb nur ein heller Assimilationsfleck.

Um wissenschaftlich korrekt zu bleiben muss ich erwähnen, dass Kamera den beobachteten Vorgang anders interpretiert hat. Kamera behauptet, endlich den seltenen Geotrupes Chamäleonius gefunden zu haben. Dieser Käfer passt blitzschnell seine Farbe der Umgebung an. Sechs Stunden zur Farbänderung von schwarz nach grün sei eben bei den gegebenen Temperaturen (4,5°) „saumäßig schnell“.
Wir stritten eine Weile – ungefähr fünf Tage – über die korrekte Interpretation der Beobachtung. Ganz nebenbei fotografierten wir eines der seltenen Baumkrokodile. Baumkrokodile sind vor 4000 Jahren von den einheimischen Wikingern aus Australien importiert worden. Als Delikatesse. Plötzlich frage Kamera, ob ich noch ein Ersatzakku dabei hätte. Hatte ich nicht. Also schaltete Kamera sich ab und war nicht mehr ansprechbar. Ich war (und bin es immer noch) davon überzeugt, dass Kamera kein Akkuproblem hatte, sondern einfach nur beleidigt war, weil ich Recht hatte.

Ein freundliches Baumkrokodil
„Was soll’s“, dachte ich und fragte das Baumkrokodil, ob es mich nach Haus bringen könne, selbstverständlich gegen angemessene Entlohnung. So kam ich dann acht Wochen später wohlgemut und mit vielen Bilder (15 Stück, davon 6 verwackelt) zu Hause an und kann alle Welt an den sensationellen Entdeckungen die ich im Elk-Island-Nationalpark teilhaben lassen.

GZSZ VerwandschaftNachtrag 30. Mai Federbällchen behauptet, es sei ganz und gar unmöglich, Vorfahren von ihr zu fotografieren, da sie einzigartig auf der Welt sei und weder Eltern noch Geschwister noch sonst was habe. Es gäbe nur ein Twittwitt und das sei sie und überhaupt wisse sie nicht, warum sie immer noch hier sei und nicht endlich dem verlockenden Ruf Hollywoods folge.
Dazu möchte ich nur feststellen: Federbällchen hat einen Zwillingsbruder, Hermann, der die gefährlichen Stunts in meinen Projekten für Federbällchen übernimmt. Aber Hermann wird totgeschwiegen. Das ist ein düsteres Familiengeheimnis, wie es alle schlechten Telenovellas kennen, und nicht Bestandteil meiner heiter fröhlichen Expedition in die Wildnis.

Ende

Alle Aufnahmen in dieser Reportage entstanden im Freiland mit wilden, undressierten Tieren

Idee – Anni Freiburgbärin von Huflattich


Drehbuch – Anni Freiburgbärin von Huflattich


Regie – Anni Freiburgbärin von Huflattich


Regieassistenz – Anni Freiburgbärin von Huflattich


Kamera – Kamera


Produktion – Anni Freiburgbärin von Huflattich