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Katholischer Katechismus von BaselAm letzten Sonntag nach Pfingsten etwas diesem Anlass gemäßes, die Hauptsünden, fälschlicher Weise oft als Todsünden bezeichnet:

Hauptsünden heißen jene Sünden, aus denen leicht andere hervorgehen. Wie die Tugend eine Quelle ist für gute Taten, so ist die böse Neigung und das Laster eine Quelle der Sünden. Das Laster ist eine Gewohnheit, Schlechtes zu tun.

442. Wie heißen die sieben Hauptsünden?

Die sieben Hauptsünden heißen: Hoffart, Geiz, Neid, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Zorn, Trägheit.

Hoffärtig ist, wer sich zuviel einbildet, dadurch Gott die Ehre nimmt und andere verachtet.

Statt Hoffart sagt man auch Hochmut oder Stolz. Ihnen entspringen falscher Ehrgeiz, Anmaßung, Eitelkeit, Heuchelei, Scheinheiligkeit (Absalom, Pharisäer, Luzifer). «Den Stolzen widersteht Gott» (Jak 4,6).

Die Hoffart wird überwunden durch die christliche Demut.

Geizig ist, wer sein Herz an Geld und Gut hängt und hart ist gegen Arme.

Dem Geiz entspringen Hartherzigkeit, Lieblosigkeit, Diebstahl und Lüge (Judas, Giezi). Der Geiz wird überwunden durch Freigebigkeit und Nächstenliebe.

Neidisch ist, wer andern ihr Glück mißgönnt.

Dem Neid entspringen Mißgunst, Eifersucht, Verleumdung, Beschimpfung, Klatschsucht, Streitigkeiten und Haß (Kain, die Brüder Josephs). Der Neid wird überwunden durch Ge-rechtigkeit, Liebe und Wohlwollen.

Zum Neid gehört auch die Schadenfreude. Schadenfroh ist, wer sich am Unglück anderer freut.

Der Schadenfreude entspringen Ehrabschneidung, Verleumdung, Verspottung (Die Feinde Jesu, die böse Frau vor Salomon). Die Schadenfreude wird überwunden durch Mitleid, Mitgefühl für fremde Not und Barmherzigkeit.

Über die Unkeuschheit handelt das 6. und 9. Gebot.

Unmäßig ist, wer sich im Essen und Trinken nicht beherrscht Der Unmäßigkeit entspringen Unkeuschheit, Trunksucht, Schädigung der Gesundheit, Haltlosigkeit, Verbrechen und Lasterhaftigkeit (Der reiche Prasser, Herodes). Die Unmäßigkeit wird überwunden durch Mäßigkeit, Selbstbeherrschung, Fasten und eine gute Tagesordnung.

Zornig ist, wer seine Erregung nicht beherrscht und sich von Rachsucht hinreißen läßt.

Dem Zorn entspringen Feindschaft, Streit, Erbitterung, Rachsucht, Prozesse, Körperverletzung und Totschlag (Saul gegen David, Herodes der Kindermörder). Unbeherrschte Menschen werden roh und blind gegen andere, sogar gegen die eigenen Eltern und Geschwister.

Der Zorn wird überwunden durch Gleichmut, Sanftmut, Friedfertigkeit, Geduld. Es gibt auch einen gerechten, beherrschten und heiligen Zorn (Moses, Jesus bei der Tempelreinigung).

Träge ist, wer Arbeit und Mühe scheut und seine Pflichten vernachläßigt.

Der Trägheit entspringen Leichtsinn Pflichtvergessenheit, verschuldete Armut, Liederlich-keit, Mutlosigkeit (Gleichnis vom faulen Knecht). Die Trägheit wird überwunden durch Eifer, Starkmut, Pflichttreue, Dienstfertigkeit und Pünktlichkeit.

Quelle:
Baseler Katechismus, 1947

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