Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

Er liegt so still im Morgenlicht,
so friedlich, wie ein fromm Gewissen;
wenn Weste seinen Spiegel küssen,
des Ufers Blume fühlt es nicht;

Libelle auf dem Balkon

Diese Libelle ist anders. Sie treibt sich nicht an Weihern herum, sondern auf dem Balkon. Meinem Balkon. Kilometer vom nächsten Weiher entfernt.

Libellen zittern über ihn,
blaugoldne Stäbchen und Karmin,
und auf des Sonnenbildes Glanz
die Wasserspinne führt den Tanz;
Schwertlilienkranz am Ufer steht
und horcht des Schilfes Schlummerliede;
ein lindes Säuseln kommt und geht,
als flüstr‘ es: Friede! Friede! Friede!

Stille, er schläft! stille, stille!
Libelle, reg‘ die Schwingen sacht,
daß nicht das Goldgewebe schrille,
und, Ufergrün, hab‘ gute Wacht,
kein Kieselchen laß niederfallen.
Er schläft auf seinem Wolkenflaum,
und über ihn läßt säuselnd wallen
das Laubgewölb der alte Baum;
hoch oben, wo die Sonne glüht,
wieget der Vogel seine Flügel,
und wie ein schlüpfend Fischlein zieht
sein Schatten durch des Teiches Spiegel.
Stille, stille! er hat sich geregt,
ein fallend Reis hat ihn bewegt,
das grad zum Nest der Hänfling trug;
su, su! breit‘, Ast, dein grünes Tuch –
su, su! nun schläft er fest genug.

Annette von Droste-Hülshoff, Der Weiher, aus: Vom goldenen Überfluss, Leipzig, 1906

2 Antworten auf Der Weiher

  • Wow! Tolles Photo! Hat sich diese Libelle extra still gehalten oder kann Deine neue Kamera Hochgeschwindigkeitsaufnahmen machen? 😉

    • Danke für das Lob, die Libelle hat aber auch eines verdient, blieb sie doch ein paar Sekunden ruhig sitzen. 😆
      Die Serienbildaufnahme kann nur Highspeed, was ich schade finde. Zur Zeit hadere ich noch mit der ISO-Automatik, mir ist zuviel Rauschen bei ISO 1250 drin (Zumindest für die Tierfotografie).