Mit der Bestie auf DU
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 Im Februar bereitet sich die Natur ganz langsam auf den Frühling vor

Anni Freiburgbärin von HuflattichVielleicht ist es für einen Jahresrückblick noch zu früh, denn einige Geräte funktionieren noch und das könnte sich im Laufe der kommenden 35 Tage noch ändern. Trotzdem: Ein erstes Resümee kann gezogen werden.

Den Reigen der seligen Geistaufgeber eröffnete im Spätsommer meine Kompaktanlage. Keine 18 Jahre hat das Teil durchgehalten, dann war es im Eimer. Deutsche Wertarbeit ist das nicht, aber deutsche Wertarbeit kann man bei einem Namen wie Onkyo auch nicht erwarten.

Nach der Kompaktanlage ging es Schlag auf Schlag. Der November hat ein Anrecht darauf, als der Horrormonat lang gedienter Geräte in die Geschichte einzugehen.

Den Anfang machte der Waschtrockner. Keine elf Jahre alt und zumindest dem Namen nach ein „Made in Germany“ Produkt. AEG. Ein sehr schwacher Trost war, dass das Internet zu berichten wusste, ich habe noch ein Schweineglück mit meinem Toplader gehabt. Jener, mein Waschtrockner ging laut Internet kurz nach der Garantiezeit kaputt. Die Reparatur sei ziemlich kostspielig. Deshalb haben sämtlich Waschmaschinenhersteller Toplader Waschtrockner aus dem Programm genommen.

Onkyo Kompaktanlage CHR 185: Schnee von gesternArchitekten sind völlig unpraktische Menschen mit Hang zur Selbstbeweihräucherung und -überschätzung. Als Beispiel des architektonischen Grausens sei der potthässliche Stuttgarter Hauptbahnhof genannt, der einzig seiner politischen Bedeutung wegen unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Der gewöhnliche Feld, Wald und Wiesenarchitekt plant moderne Badezimmer selbstverständlich mit eigenem Wasserhahn für die Waschmaschine und separatem Wasserablauf – wunderhübsch verborgen durch einen vier Zentimeter tiefen Edelstahldeckel, direkt an der Stelle, an der die Waschmaschine steht. Klasse, denkt man im ersten Moment. Doch wenn es dann ans eingemachte geht, zeigt sich das wahre Niveau des Häusleplaners.

Der für die Waschmaschine vorgesehene Stellplatz ist 60 cm tief, dann kommt die Badezimmertür, die an der Waschmaschinenseite nicht die Anschläge, sondern das Schloss hat. Eine gewöhnliche Waschmaschine – das gilt auch für Waschtrockner – ist standardmäßig von der Stellfläche her ca. 60 x 60 cm groß.

Eine architektonische Meisterleistung60 cm Waschtrockner plus 4 cm Abflussabdeckung sind 64 cm Tiefe, dazu kommt, dass der Waschmaschinendeckel ebenfalls einige Zentimeter in den Raum rein ragt. Stellt man nun diese handelsübliche Waschmaschine an den vorgesehenen Platz, dann kann man wegen physikalischer Unmöglichkeiten die Badezimmertür nicht mehr schließen, hat also Bad- und Toilettenbenutzung im öffentlichen Raum.

Um allen Einwänden, Frauen können nicht praktisch denken, den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, es geht nicht. Der Waschtrockner kann nicht von der Wand mit dem Türschloss weggerückt werden. Dann kommt eine kleine, aber unnütze Heizung, tiefe 6 cm, danach kommt sofort die Toilette. Rien ne va plus.

Eine langwierige Suche nach einem schmalen, maximal 55 cm tiefen, Waschtrockner begann. Ich wurde fündig. Aber das ist eine andere, nervenaufreibende Geschichte.

In der Zwischenzeit dachte ich, wenn ich schon keine Wäsche waschen kann, dann könne ich wenigstens den Backofen säubern. Einmal im Jahr sollte so ein Vorhaben mindestens durchgeführt werden und damit man einen guten Blick auf das Gargut hat, sollte auch die Glasscheibe in der Backofentür gründlich gereinigt werden.

Den Backofen mit Reiniger einsprühen, den Reiniger ziehen lassen (bei 50°), auswaschen und fertig. Theoretisch lief es die 17 Jahre, die ich den Backofen, übrigens ein deutsches Qualitätsprodukt von Siemens, hatte, sehr gut. Praktisch war dieses Mal das Ende der Fahnenstange erreicht.

Kuchen gibt es demnächst aus dem Activeclean BackofenDie Innenscheibe lässt sich hervorragend mit einer Mischung aus Natron und Kochsalz reinigen. Scheibe anfeuchten, beide Salze drauf streuen und dann mit sanftem Druck und viel Geduld vorsichtig in kreisenden Bewegungen unter Zuhilfenahme eines Tuches das Glas zu alter Durchsichtigkeit verhelfen.

Diesmal war es anders. Langsam und ziemlich zäh gab die Glasscheibe nach … und fiel in den Türrahmen. Eiße!

Nur drei Wochen nach meiner Anfrage zwecks Reparatur kam der Kostenvoranschlag von Siemens: 300 €, unverbindlich. Vor fünf Jahren hatte ich schon einmal 300 € für defekte Scharniere gezahlt. Insgesamt wären es also über 600 € Reparaturkosten, die ich in einen gerade Mal 17 Jahre alten Backofen gesteckt hätte.

Für das Geld gibt es neuere und bessere. Der neue Backofen kann Pyrolyse und damit entfällt das Scheiben putzen. Echte 300° für Brötchen und Brot soll er auch beherrschen. In zwei Wochen soll er installiert werden, dann werde ich die Reklameaussagen auf Herz und Nieren testen. Bis dahin backe ich unter besonderer Energieverschwendung mit nur einer Backofentürscheibe.

Anfang des Jahres ging die Mikrowelle kaputt. Kein deutsches Qualitätsprodukt, deshalb hat sie vermutlich auch nur 26 Jahre gehalten. Mist. Die alte Mikrowelle hatte zwei Drehknöpfe, einen stellte man auf höchste Stufe, mit der anderen gab man die Zeit vor. In drei Minuten war meine große Tasse Milch heiß.

Brot: In der Brotbackmaschine wird der Teig geknetet, gebacken wird im Backofen, bald bei 300°Die Neue hat tausende von Knöppen und Tasten. Mittlerweile kann ich schon Gefrorenes damit auftauen. Meine „große Tasse Milch heiß machen“ ist so kompliziert, dass ich es aufgegeben habe. Milch im Topf auf dem Herd warmgemacht ist viel einfacher. In gewisser Weise sogar romantischer, betrachtet man die rotglühende Ceranplatte als Teil eines alten Kachelofens.

Brotbackmaschinen halten bei mir nie lange. Ich brauche sie zum Teig kneten. Die letzte, von Lidl, war eine Ausnahme. Sie hat knapp über drei Jahre gehalten. Im Sommer ist sie durch eine neue ersetzt worden.

Ab und zu haben sogar diese suspekten grünen recht. Die Geräte gehen viel zu schnell kaputt. Nachdem die Mikrowelle hops gegangen ist, ist nun der Gefrierschrank das älteste Gerät. Baujahr 1990, gefolgt von der Spülmaschine aus dem Jahr 95.

Ich hoffe, diese beiden Geräte laufen wenigstens noch einmal solange wie bisher. Dann haben sie den Titel „deutsches Qualitätsprodukt“ verdient.

2 Antworten auf 2014 – Das Jahr in dem alles kaputt ging