Mit der Bestie auf DU
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Frische Martinsgänse sind dieses Jahr schwer zu bekommen

Die Sensation des alten Friedhofs„Was soll das denn?“, dachte ich entgeistert und falle vor Schreck fast rückwärts vom Schreibtisch. Ein Kommentator namens Andreas, mir durchaus bekannt, wirft mir vor, ich plagiere meine eigenen Text. Ja Himmel, Herr… Sackzementnochmal, ich habe eines nicht nötig: Von mir abzuschreiben.

Der folgende Text stammt aus der Feder meiner Annisekretärin, Nichtfreiburgerin, und charakterisiert durchaus zutreffend den geistigen Zustand gewisser Ureinwohner Freiburgs. Wie man dem folgenden Text leicht entnehmen kann, befindet sich meine Annisekretärin seit Stunden im Dauerclinch mit meiner Freiburgsekretärin (im richtigen Leben Murli genannt), einer Ureinwohnerin Freiburgs, die mit allen Macken und Schrullen ausgestattet ist, wie sie eben nur Freiburger haben.

Gott zum Gruß

Anni Freiburgbärin von Huflattich

 

Die Situation: Gerade sind wir in Freiburg angekommen, ich fahre in die Haslacher Straße. Nach zwei Stunden Autobahnfahrt mit dem Lamborghini fordert die 30iger Zone mein ganzes fahrerisches Feingefühl. Meine Nerven sind auf das äußerste gespannt, um nicht zu sagen, ich bin ein wenig gereizt. Das kommt selten vor, aber manchmal ist es so.

„Da vorn musst Du Dich rechts halten“, sagt Murli, ebenfalls gereizt.

„War dort auf der Ecke nicht das kleine Weinfachgeschäft?“, frage ich und biege rechts ein. Murli ist gebürtige Freiburgerin und kennt sich in ihrem Geburtsort aus, denke ich.

„Das ist falsch“, sagt von hinten Anni. Anni hat während der Autofahrt die ganze Zeit geschlafen. Wollte eigentlich den Schwarzwald sehen, aber als ich ihn ihr zeigte, war sie recht unwirsch aufgewacht, knurrte etwas wie „fahr schneller, der Wagen hat mehr drauf“ und schlief weiter. Kurz vor Freiburg wollte sie dann auf die Rückbank um sich mit Julchen, dem neurotischen Schaf, zu unterhalten.

weiß natürlich, wo sie ihre Streicheleinheiten bekommt. Bei Murli!„Teddybär“, erwiderte ich recht gereizt, „Murli ist Eingeborene, die kennt sich aus, also schmoll hinten weiter!“

„Pff, sagte Anni und kümmerte sich nicht mehr um mich.

Die Straße wurde immer kleiner und unwegsamer. Hochhäuser tauchten rechter Hand auf.

„Bist Du sicher, dass wir hier richtig sind? Der Bäcker liegt doch an der Markgrafen Straße und diese Gasse heißt noch nichtmals Markgrafen Straße.“

„Nein,“ erwidert Murli.

„Hast Du mir nicht vor kurzem gesagt, da wo die Hochhäuser sind, ist das Asozialengebiet, ich meine Freiburgs Problemgebiet, um es politisch korrekt zu sagen.“

Die Hochhäuser sehen gut in Schuss aus und die Wohnanlage hinterlässt einen properen Eindruck.

Die Michaelskapelle, zur Zeit wird sie repariert„Das war vor vierzig Jahren noch anders“, referiert Murli, „Opfinger Siedlung und Lindenwäldle waren die gefährlichsten Gegenden. Danach kam nur noch …“

„Gartenstadt“, falle ich Murli ins Wort. Ich möchte auch mal was zur Sache beitragen, fühle ich mich doch Freiburg irgendwie verbunden und irgendwie meinte ich jemand dem Namen nach aus Gartenstadt zu kennen.

„Nein“, faucht mich Murli an, „Gartenstadt ist das High Society Viertel und …“

In genau diesem Moment begann Julchen auf der Hinterbank zu singen: „Hab’ mein Wagen vollgeladen, voll mit alten …“ weiter kam sie nicht, den Murli fuhr ihr ins Wort: „Überlege genau, was Du singst, Du sitzt mit im Wagen.“

Julchen verstummte schlagartig.

„Aber“, nahm ich vorsichtig den Faden wieder auf, „Haslach ist doch die Freibuger Assi Gegend. Hast Du gesagt.“

Murli grinst. „Das war sie früher mal. Meine Schwester musste wie die anderen Haslacher in der Sexta oder Quinta bei Fräulein XXX im Handarbeitsunterricht immer die Hände waschen. Das fand sie erniedrigend.“

„Du nicht?“, frage ich scheinheilig, „Du warst doch auf dem gleichen Gymnasium.“

„Ich hatte eine andere Handarbeitslehrerin“, entgegnete Murli, noch feister grinsend.

Ständig ist meine Freiburgsekretärin ins Bild gelaufen. Nie konnte ich nur Gegend fotografierenHey“, meldete sich jetzt Anni von hinten, „nach den Opfinger Siedlung und Lindenwäldle kamen nur noch die Zigeuner. Freiburg hat das Problem elegant gelöst. Beide Problemsiedlungen wurden abgerissen und die Zigeuner heißen heute Sinti und Roma. So, wir sind da!“

Anni kennt sich aus. Sie ist immerhin ein Teddybär aus Freiburg.

Wir waren vor der Konditorei angekommen.

 

Die Bilder sind vom alten Friedhof.

3 Antworten auf Haslach – Freiburgs Asoziale (reloaded)

  • *räusper* … man wohnt nicht „in Gartenstadt“. sondern entweder „in Haslach-Gartenstadt“ oder „in der Gartenstadt“ (die übrigens jüngst hundert Jahr‘ alt geworden) -- und es heißt nicht „Lindenwäldle“, sondern „Lindenwäldele“; entsprechend wohnen die da „im Lindenwäldele“. Und die Katholiken kaufen (Nachtrag zum anderen Beitrag) Brot und Brezel übrigens „beim Pfeifle“ (wobei die Brezel nicht viel taugen), die Protestanten beim Schöpflin (ausgenommen Torten, die kaufen alle dort, weil de‘ Pfeifle die net het).

    • Na klar. Habe ich doch gexchrieben: Haslach, voll versnobte Assi Gegend mit Gartenzwergromantik

    • Wir sind zu meiner Kindheit nur zu Pfeifle gegangen, weil er näher lag. Ich wusste bis jetzt nicht, dass Pfeifle katholisch und Schöpflin evangelisch ist.