Mit der Bestie auf DU
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Hochsommer II: Schwitzen kehrt zurück!

So werde ich auch in Zukunft am liebsten  schmökernDas Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig von Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen; mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Der Frühling ist vor der Tür.

Was so beschaulich und freundlich beginnt wird von der heute regierenden Kulturmischpoke als die romantisch verklärte Geschichte der deutschen, künstlerischen Seele interpretiert.

Ja, das kann ja sein, aber so eine Beschreibung reißt nun einmal niemanden mehr vom Hocker und ist völlig nichtssagend.

„Aus dem Leben eines Taugenichts“ ist nichts weiter als ein Aufsteigerroman, ein Kriminalroman, ein Mysteryroman, ein Liebesroman und …

Alles, für das es heute eine Spartenserie im TV gibt, vereint die Geschichte des Müllerssohns, der mehr oder weniger freiwillig die Mühle seines Vaters verlässt und unterwegs Abenteuer bis zum Abwinken erlebt.

Ferne Länder locken mit geheimnisvollen Verheißungen … also ein Roadmovie zum Lesen.

Eine Kostprobe: „Das wollte mir gar nicht in den Sinn, denn die Landstraße lief gerade durch eine prächtige Landschaft auf die untergehende Sonne zu, wohl wie in ein Meer von Glanz und Funken. Von der Seite aber, wohin wir uns gewendet hatten, lag ein wüstes Gebirge vor uns mit grauen Schluchten, zwischen denen es schon lange dunkel geworden war. – Je weiter wir fuhren, je wilder und einsamer wurde die Gegend.

Endlich kam der Mond hinter den Wolken hervor und schien auf einmal so hell zwischen die Bäume und Felsen herein, daß es ordentlich grauslich anzusehen war. Wir konnten nur langsam fahren in den engen steinigen Schluchten, und das einförmige, ewige Gerassel des Wagens schallte an den Steinwänden weit in die stille Nacht, als führen wir in ein großes Grabgewölbe hinein. Nur von vielen Wasserfällen, die man aber nicht sehen konnte, war ein unaufhörliches Rauschen tiefer im Walde, und die Käuzchen riefen aus der Ferne immerfort: Komm mit, komm mit!

Dabei kam es mir vor, als wenn der Kutscher, der, wie ich jetzt erst sah, gar keine Uniform hatte und kein Postillon war, sich einigemal unruhig umsähe und schneller zu fahren anfing, und wie ich mich recht zum Wagen herauslegte, kam plötzlich ein Reiter aus dem Gebüsche hervor, sprengte dicht vor unsern Pferden quer über den Weg und verlor sich sogleich wieder auf der andern Seite im Walde.

Ich war ganz verwirrt, denn, soviel ich bei dem hellen Mondschein erkennen konnte, war es dasselbe bucklige Männlein auf seinem Schimmel, das in dem Wirtshause mit der Adlernase nach mir gehackt hatte. Der Kutscher schüttelte den Kopf und lachte laut auf über die närrische Reiterei, wandte sich aber dann rasch zu mir um, sprach sehr viel und sehr eifrig, wovon ich leider nichts verstand, und fuhr dann noch rascher fort.“

Eichendorffs Erzählung ist nicht mehr und erst recht nicht weniger, als eine Anleitung, der Tristesse die Stirn zu bieten und das Leben zu genießen, Gott wird es schon in die rechte Bahn lenken:

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“.

So! Natürlich ist Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ als kostenlose Kindle-Ausgabe zu lesen. Die kostenlose Kindle-App herunterladen, Buch für 0,00 € kaufen und schmökern.