Mit der Bestie auf DU
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 Im Februar bereitet sich die Natur ganz langsam auf den Frühling vor

Tatort Köln: Die Sheba Katze ist brutal ermordet worden. Trockenfutterallergie.

Die Kommissare Ballauf und Schenk treffen vorm Tatort eine ältliche Fahrradfahrerin.

„Guck mal“, sagt meine Freiburgsekretärin mit fester Stimme, „das ist die Mörderin.“

„Klar“, bestätigt meine Annisekretärin, „die sieht schon so aus. In dem Alter wie eine Jugendliche Fahrradfahren, das ist hochgradig verdächtig.“

Die ältliche Fahrradfahrerin hat’s nicht so mit Katzen, wohl aber mehr mit dem Papa von Frau Haas, obwohl sie mit dem Staatsanwalt befreundet oder verheiratet ist. Macht ja keinen Unterschied.

Bis dahin lief der Film recht gut an. Ich wusste, dass meine Sekretärinnen auf dem Holzweg waren, denn für mich war sofort klar, das nur der Penner mit dem Flaschensammeltick der Mörder sein konnte.

Dann kam die Szene, die den ganzen Film verhunzte.

„Warum müssen wir bei den öffentlichen so einen blöden Omastriptease gucken? Mitte 50 und dann nackig rumlaufen. Was für ein Quatsch! Da kann ich doch auch in den Spiegel gucken“, ärgert sich meine Annisekretärin.

„Du bist nicht Mitte 50, Du wirst nächstes Jahr 60 und so alt ist die nicht“, erwidert meine Freiburgsekretärin, „die ist doch höchstens Mitte vierzig, vielleicht ein klein bisschen drüber.“

„Ganz sicher nicht“, kontert meine Annisekretärin, „die hat allenfalls einen Schönheitschirurgen, der sie ein wenig glattgebügelt hat.“

„Wenn die unterm Messer war, dann kann man aber die Narben sehen.“

Meine Annisekretärin stoppt den Film. Timeshift sei Dank. Dann wird die Fahrradfahrerin genau unter die Lupe genommen. Zentimeter für Zentimeter wird die Haut untersucht. Nichts! „Guck mal hier an der Brustwarze ist was.“ Das „ist was“ entpuppt sich nur als Dreck auf dem Bildschirm. Keine Narben zu sehen. Trotz HD.

Zwanzig Minuten und zwei Zigarettenpausen weiter steht das Ergebnis der hochnotpeinlichen Untersuchung fest: Die Schauspielerin muss um die 50 sein und hat keine Schönheits-OP machen lassen. Dafür hat sie ihre Haut auf dem Rücken mit Wäscheklammern zusammengepappt, damit sie von vorn schön glatt aussieht.

„Das hat die Mama in brazil auch gemacht“, weiß meine Annisekretärin aus ihrem langen Leben zu zitieren.

Endlich können wir den Film zu Ende gucken. Ich habe recht gehabt: Der Hallwachs ist der beste lüsterne Sieche, den der WDR augenblicklich zu bieten hat. Das hat er schon in Mord mit Aussicht bewiesen.