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 Im Februar bereitet sich die Natur ganz langsam auf den Frühling vor

Nun ist es soweit. Mir liegt von meiner Krankenkasse ein Organspendeausweis vor, den ich gefälligst auszufüllen und bei mir zu tragen habe. Nein, der Organspendeausweis ist kein amtliches Dokument. Aber damit ich ihn bei mir trage und inoffiziell dokumentiere, dass ich meiner Pflicht als Lebensretterin nachkomme, soll ich mir die vorliegende Broschüre genaustens zu Gemüte führen. Danach darf ich dann gut informiert meinen Willen zur Organspende kundtun.

Die Information beginnt auf Seite 2 mit einem Aufruf des Gesundheitsministers Bahr, der, obwohl der kirchenfeindlichen Partei fdp angehörig, den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz – natürlich nicht namentlich genannt – zitiert, in dem er behauptet, „Organspende ist ein Akt der Nächstenliebe“. Gemeint ist selbstverständlich nicht die Organspende paariger Organe, sondern die Entnahme einzelner, lebenswichtiger Organe nach einem sogenannten Hirntod.

„Sie bestimmen über sich selbst“ titelt Seite 3. Der „informative“ Artikel entpuppt sich als das übliche Nannygeschwafel an ein dümmliches Kind. Lassen Sie doch ihre Ängste zu, behauptet der Artikel, informieren sie sich. Sie werden eher ein Organ brauchen, als dass Sie ein Organspenden werden, denn die zur Organspende notwendige Hirntodbestimmung ist so selten, dass Sie bestimmt nicht spenden müssen.

Mehr Transparenz beim Organhandel, der ja offiziell nicht erlaubt ist und deshalb Organvergabe genannt wird, will auch die Krankenkasse; aber sie verschweigt geflissentlich das Wesentliche: Den Hirntod.

Der auch unter Ärzten umstrittene Hirntod wird als Todeskriterium gar nicht in Zweifel gezogen. Dabei wird der Ausfall des Gehirns, also eines einzigen Organs, zum Maßstab für den Tod. Scheintod wäre der bessere Begriff, denn der Hirntote lebt. Er ist in der Regel gerade ein Sterbender, aber mehr lebend als tot. Ist er tot, dann ist er auch für die Organspende wertlos.

Bischof Algermissen hat sich am 6. März in der Fuldaer Zeitung intensiv mit der Organspende und dem Hirntod auseinandergesetzt: „Neben vielen noch ungelösten Aspekten der Transplantationsmedizin, so zum Beispiel Abstoßung, lebenslange Medikamenteneinnahme, die dadurch bedingten Folgen, mitunter auch deutliche Persönlichkeitsveränderungen, ist das ethische Hauptproblem die Spende der entnommenen Organe.“

Des weiteren geht er auf das Hirntodkriterium ein: „Was verbirgt sich hinter dem Begriff ‚Hirntod‘? Es geht um Menschen, bei denen das gesamte Gehirn (Groß-, Klein- und Stammhirn) seine Funktion unwiederbringlich verloren hat. Es sind bewusstlose, beatmete Menschen, deren gehirngebundene Reflexe erloschen sind.

Die Körpertemperatur ist allerdings erhalten, das Herz schlägt spontan, der Blutdruck ist messbar, Stoffwechsel, Ausscheidungen, Hormonsystem funktionieren noch. Vegetative Reaktionen wie unter anderem Hautrötung und Schwitzen sind zu beobachten. Diese Phänomene beschreibt die Biologie korrekt als zum Leben gehörig.“

Mit dieser und weiterer Feststellungen zum Hirntod (die hier aus Platzgründen nicht aufgeführt sind) kommt Bischof Algermissen zu der glasklaren Feststellung: „Angesichts dessen ist es aufrichtig festzustellen: Einen Sterbenden im Hirnversagen für tot zu erklären, um bei einer Organentnahme eine Tötung zu umgehen, stellt eine willkürliche Setzung dar, die mit Redlichkeit als Voraussetzung für jede ethische Betrachtung nicht zu vereinbaren ist.

Mit anderen Worten: Der Begriff ‚Hirntod‘ suggeriert einen Zustand, der nicht den Tatsachen entspricht. Auch hier können wir wieder feststellen, dass Sprache zur Vernebelung herhalten muss.

Von der ‚postmortalen Organspende‘ zu sprechen, geht von falschen Tatsachen aus, entspricht dem Tatbestand der bewussten Täuschung. Deshalb ist das sogenannte ‚Hirntodkonzept‘ mit den moralischen und ethischen Ansprüchen des Evangeliums nicht zu vereinbaren.“

Das sind klare und entscheidungshelfende Worte. Die sogenannte Aufklärung der Krankenkasse hat nur ein Ziel: Menschen zur Organspende zu bewegen. Um dieses Ziel zu erreichen wird mit Halbwahrheiten, Lügen und tränentreibender Schwülstigkeit geworben. Das ist aber nichts anderes als pure Manipulation.