Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

„Kranke heilen? Kranke, behinderte und alte Menschen empfindet unsere Gesellschaft heute zunehmend eher als Ballast, der abgeworfen gehört. Es fängt die Haltung an, zu dominieren: „Schön, dass du etwas geleistet hast. Jetzt gibt es noch ein Abschiedsgeschenk und dann tritt bitte ab. Dort ist der Ausgang. Und mache bitte bloß keine Umstände.“ Subkutan wird suggeriert: „Du willst sterben, aber du weißt es noch nicht!“ Das Leben des Menschen, ob jung oder alt, wird zunehmend zu einem Spielball der Technik und unbeherrschbarer Mächte: Tests zur Feststellung von Behinderungen bei Ungeborenen, erleichterte Möglichkeiten zum Suizid, die Förderung der Präimplantationsdiagnostik, die Diagnostik von so genannten Hirntoten, der Organspende-Skandal. Die Schalmeien-Klänge einer Zivilisation, die den Tod in seinen unterschiedlichen Spielarten bejubelt, werden zunehmend lauter und in die Tat umgesetzt.“

Rainer Maria Kardinal Woelkis Predigt zur Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz ist eine Weiterführung des in Maria Vesperbild aufgenommenen Themas Lebensschutz. Die Vertreter der Kirche sind Gott Rechenschaft schuldig. Haben sie ihre Mission wahrgenommen und Dämonen ausgetrieben, Kranke geheilt und das Reich Gottes verkündet?

„Wenn dann der Herr auch noch fordert, wir sollten auf unserem Weg nur ja nichts mitnehmen, dann sind wir nicht minder irritiert. „Das ist doch völlig unrealistisch, das ist doch schlichtweg verrückt in der heutigen Zeit. Das werden wir so nicht machen können“, geht es nicht wenigen durch den Kopf: Sich auf Gott verlassen, sich auf jemanden verlassen, den man mit den Augen nicht sieht, mit den Ohren nicht hört und mit den Händen nicht spürt; den es wohlmöglich gar nicht gibt.“

Eine klare Absage erteilt der Kardinal allen dialogisierenden Rätekatholizisten: „Die Jünger Jesu verlieren sich nicht in endlosen Debatten und Diskussionen: „Jesus, ich würde es besser so machen wollen“. Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten. Deshalb wird von ihnen das Wort des Herrn direkt in die Tat umgesetzt. Die Jünger ziehen los. Es gibt genug zu tun.“

Es geht nicht ums Palavern, es geht nicht um Marathon-Dialoge, nicht um letztbegründende Glaubensphilosophien. „Nein, das Jahr des Glaubens ist eine Chance für uns, eine Chance mit unserem Leben, mit unseren Taten, mit unserem Wort Zeugnis zu geben für Christus, für die Liebe Gottes. Zeugnis geben, das ist kein Marketing! Zeugnis geben, das heißt vielmehr: Ihn suchen und im Glauben an Ihn leben. Und genau dazu lädt uns heute das Evangelium wieder ein. Amen.“

Ein besseres Plädoyer für die vom Papst geforderte Entweltlichung war bisher von den Deutschen Bischöfen nicht zu hören. Der in Maria Vesperbild aufgenommene Faden des Lebensschutzes, der sich im Grußwort an den „Marsch für das Leben“ fortgesetzt hat, gewinnt in dieser Predigt weiter an Kontur.

Zwei „rheinische Frohnaturen“, Kardinal Woelki und Prälat Imkamp, in Maria Vesperbild. Zweimal die gleiche Richtung der Verkündigung. Für das Leben, gegen die „Labber“-Katholiken. Ganz offensichtlich wirkt die Mutter Gottes tiefer gehend. Sie ist nicht nur Vorbild, wie es Kardinal Woelki noch in einem Interview vor seiner Predigt in Maria Vesperbild gesagt hat.

Die Predigt