Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

Die Kirche ist in einer tiefen Krise. Tief gefährdet ist das Zentrum des christlichen Glaubens. Die heilige Eucharistie, das heilige Messopfer. Papst Johannes Paul II. hat in seiner letzten Enzyklika „Ecclesia de Eucharistica“ eindringlich die Bedeutung der Eucharistie hervorgehoben. Doch wird die Realpräsens Christi im Altarsakrament überhaupt noch wahr genommen? Wird Gott noch als Schöpfer des Himmels und der Erde gesehen? Das Geheimnis des Glaubens, wird es noch in seiner gesamten geistigen Tiefe erkannt?

Nimmt man den Text zu den Gottesdiensten in St. Eberhard als Maßstab, so lautet Antwort schlicht nein. Die Erhabenheit Gottes, die Größe seines Opfers wird zu einem flapsigen „Gott dient uns“. Das Mysterium der eucharistischen Gegenwart wird nicht mehr in der Tiefe geglaubt, geschweige denn gelebt.

Heute wird der Glaube gerne als etwas Beliebiges gesehen, etwas, was man so oder so halten kann. Die Reduzierung des Glaubens auf ein vages Gefühl gehört sicherlich zu den entscheidenden Tendenzen unserer Zeit. Inhalte des Glaubens werden so zu Beliebigkeiten der psychischen Befindlichkeit des Glaubenden, als ob erst das glaubende Subjekt die Glaubensinhalte schafft – nach Bedürfnis und Laune.

Das Dogma von der wirklichen Gegenwart lehrt etwas anderes. Gott ist keine zwischenmenschliche Größe, und Gott ist auch in seiner unüberbietbaren Nähe zu uns nicht von uns und unseren Gefühlszuständen abhängig.

Die heilige Kommunion, das Sakrament des Altares, dient zur Speise. Diese Speise wird aufbewahrt, wird bereitgehalten, aber diese Speise wird nicht erst zur Speise dadurch, dass sie verzehrt wird. Eine Apfelsine z. B. wird ja auch nicht dadurch, dass ich sie aufesse, zur Apfelsine, sondern sie ist vorher Apfelsine, und sie ist es unabhängig von meinem Hunger und meinem Wunsch nach einer Apfelsine. Es geht um die objektive Realität der Gegenwart Gottes im Sakrament. Nicht erst durch mein Wollen, nicht erst durch meine Sehnsucht wird Gott gegenwärtig, sondern Gott ist unabhängig von dem, was der Mensch will, immer schon da. Die Dogmen unseres Glaubens sind wahr, unabhängig von der subjektiven Gefühlsbefindlichkeit des Menschen und erst recht unabhängig von menschlichem Wunschdenken, das Gott als einen der ihren ansieht.

Prälat Imkamp in einer Fastenpredigt zu St. Peter, München:
„Wir sollten uns selbst zurufen: ‚Aufs Knie’; das ist nämlich die Haltung, in der die Welt gerettet wird. Die Beter vor dem Tabernakel, sie retten die Welt. Nicht die Sozialingenieure und Zuwachsratenfetischisten, sondern die Beter. Die Beter, die ihre Kraft empfangen durch das Heil aus dem Tabernakel. Und ich wünsche Ihnen allen, dass in Ihrem Gewissen der Ruferschallt: ‚Aufs Knie!’. Amen.“

Gott ist der Herr, dem der Mensch sich zu beugen hat.

Literatur:
Predigten aus St. Peter in München, Heft 2
Katholische Evergreens, sechs Fastenpredigten
Msgr. Dr. Wilhelm Imkamp
Wallfahrtsdirektor von Maria Vesperbild
München, 1993

Karl Josef Wallner
Sinn und Glück im Glauben
Gedanken zur christlichen Spiritualität
Illertissen, 2008, 2. Auflage