Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen, nach dem die Beihilfe zum Selbstmord straffrei ist, wenn sie nicht mit Gewinnabsicht geschieht. Besser kann es nicht kommen.

Einfach ist der perfekte Mord nicht. Er braucht halt Planung. Nichts darf dem Zufall überlassen werden.

Wer jetzt behauptet, „Freiburgbärin, Du hast ’nen Knall“, der lebt hinter’m Mond. Die sogenannten Gentlemanräuber haben lange ihr Ding ausbaldowert und Erfolg gehabt. Na ja, einige zumindest.

Was brauche ich denn? Einen Millionär. Milliardär ist besser. Über 80 sollte er schon sein, über 90 ist besser. Zwei Jahre Vorbereitung brauche ich allerdings mindestens und in der Zeit darf der alte Sack nicht über die Klinge springen.

Einen Großteil der Zeit werde ich benötigen, das Vertrauen meines Zukünftigen zu gewinnen. Kein Ding der Unmöglichkeit. In China geht so etwas ganz professionell mit Casting Shows ab. Habe ich zumindest gestern in einem Boulevardblatt gelesen.

Gut, es wird nicht ganz einfach, aber es ist machbar und für so einen Tattergreis sehe ich ganz attraktiv aus, zumal ich eine gewisse Bildung und gutes Benehmen mitbringe.

Gleich zu Beginn der Realisation muss ich mir natürlich auch Gedanken machen, wie ich meinen Geldgeber um die Ecke bringen will. Als leidenschaftliche Agatha Chrisie Leserin, weiß ich, das Gift ausfällt. Ist halt die typische Mordwaffe der Frau. Ich stehe augenblicklich sowieso mehr auf Bio. Insulin ist bestens geeignet. Wird im Körper des Ermordeten noch abgebaut.

Als letzte Zutat für meinen Plan brauche ich noch das Vertrauen des Vertrauten des Opfers. Einer muss ja als Selbstmordassistent, ich meine natürlich Selbstmordbeihelfer, zur Verfügung stehen. Hoffentlich sieht dieser Depp einigermaßen gut aus. Wenn er mir zusagt, dann werde ich ihn sogar als mildherzigen Menschenfreund aufbauen.

Der Rest ist so einfach wie eins und eins zu addieren. Gedanken machen, ob ich meinen Gönner erpressen muss, weil er zum Beispiel ein illegales Glühbirnendepot angelegt hat, brauche ich nicht. Ich könnte die Schnarre knuddeln.

Wir Frauen wissen eben, wie wir uns Chancen aufbauen und nutzen.