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Christkinds little helper

Rose mit Maria und Kind„Wünschelrute und Rosenkranz“ eine an Absurdität nicht zu toppende Verknüpfung, trotzdem die Schlagzeile eines umfangreichen Artikels in der Tagespost vom 22. 8. Im Artikel findet sich keine Korrektur dieser ungeheuerlichen Vermengung, im Gegenteil, der Rosenkranz wurde im Rahmen dieser Lächerlichkeit gelassen.

Der Rosenkranz ist alterwürdig katholisch und umfassend, wie seine Geschichte belegt.

Um 400 zogen viele Mönche in die Wüste um im ständigen Gebet Gott nah zu sein. Ihr Gebetspensum war beachtlich. 150 Psalmen. Das machte Schule und bald war das psalmodieren weit verbreitet. Doch schnell machte sich zeitgenössisches Gedankengut breit. So dauerte es gerade mal 600 Jahre und aus dem lesen der Psalmen wurde das Beten des viel kürzeren Pater Noster, wie aus Cluny bekannt.

Im 13. und 14. Jahrhundert kam als christologisch marianische Ergänzung zum Vater unser das Ave Maria hinzu. Aus den 150 Vater unser wurden 150 Gegrüßet seist Du Maria als beliebtes Wiederholungsgebet, seit dieser Zeit auch als Rosarium bekannt.

Der heute bekannte Rosenkranz mit den clausula, dem Gesätz, geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf den Karthäuser Dominicus von Preußen zurück, der als Novize 1409 die marianische Frömmigkeit in den Orden einführte.
Drei Geheimnisse zu je fünf Gesätzen, der Psalter, wie der Rosenkranz in Anlehnung an seine Herkunft, die 150 Psalmen, auch genannt wird, war „geboren“. Der Rosenkranz trat seinen Siegeszug an. Niemand hätte sich je getraut, das Rosarium auch nur in einem Atemzug mit so einem Firlefanz wie die Wünschelrute zu nennen.

Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts begann der Niedergang des Rosenkranz. Verschrien und verpönt als das zweifelhafte masochistische Vergnügen alter Weiber. Ich erinnere mich gut, dass ich, Mitte des vorigen Jahrhunderts als Kind, gerne den Rosenkranz beten lernen wollte. „Uh“, hörte ich überall, so lang und langweilig. „Kind das ist nichts für Dich!“

Altersmäßig bin ich ein ganz klein wenig zu jung für die 68iger. Mir ist der Rosenkranzfrust von der Elterngeneration beigebracht worden.

Meine Abneigung gegen den Rosenkranz war anerzogen, nicht von mir selbst ausgehend. Die mir, wie auch vielen anderen meiner Generation mitgegebene Rosenkranzallergie ist natürlich multiplizierend an die nachfolgende Generation weitergegeben worden. Aber selbst in meiner Rosenkranz fernen Zeit wäre ich nie auf die Idee gekommen, den Rosenkranz mit Mummenschanz in Verbindung zu bringen.

Durch die Ignoranz der letzten Generationen ist der Rosenkranz in Vergessenheit geraten. Jungen Menschen wird mit dem Rosenkranz somit eine ganz neue Art von Gebet angeboten. Ein Gebet mit tiefem Sinn und hoher Spiritualität. Innovativ und einzigartig. Es muss nur wiederentdeckt und gebetet werden. Und das geschieht, allen Unkenrufen der Ewiggestrigen zum Trotz.