Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

Füße in der LuftSeit Wochen wird gewerkelt. Unser Haus wird schön gemacht, so richtig aufgebrezelt. Anfangs sind vereinzelt Gerüste gebaut worden. Richtig hoch, wie Wehrtürme – gegen das neu gebaute Altenheim gegenüber. Die Gerüste waren aber nur für gewisse Außenmontagen.

Dann wurden die Wehrtürme abgebaut. Endlich Ruhe, dachte ich.

Zu früh gefreut, denn jetzt ging es erst richtig los. Unser Haus wird herausgeputzt. Erst dampfgewaschen, dann neu gestrichen. Damit die Anstreicher ordentlich arbeiten können, ist das Haus eingerüstet worden. Diesmal ganz. Seit vier Tagen schaffen die fleißigen Gerüstbauer. Hart im nehmen, herzlich im Umgang miteinander – so viele Schimpfworte und Flüche wie in den letzten vier Tagen habe ich schon lange nicht mehr gehört. Einige waren sogar für mich neu.

So ein Gerüst muss natürlich sicher sein. Um es ganz sicher zu machen, werden alle paar Meter Löcher in die Wand gebohrt. Die Wand besteht, nach einer kleinen Isolierschicht, aus sehr hartem Stahlbeton. Die Löcher müssen ein wenig dicker als handelsüblich sein und auch tiefer gebohrt werden. Entsprechend ist der Lärm. Da Stahlbeton ein guter Schallleiter ist, macht es gar nichts, ob die Löcher direkt neben dem Balkon, oder zwei Hausnummern weiter gebohrt werden. Es ist eine infernalische Lärmentwicklung, die auf mich einstürzt.

Gestern durften wir unseren Balkon evakuieren. Schwere Blumenkübel ins Treppenhaus tragen, Blumenständer, -erde, etc. in den Keller karren. Murli sagte dann: „Ich fahre nach Freiburg. Du bleibst am Besten hier und hütest die Wohnung. Könnte ja sein, dass noch etwas zu schleppen ist. Außerdem bist Du viel lärmunempfindlicher als ich.“

Die Balkonbrüstung ist ein Stahl- oder Aluminiumgestell mit Glas drinnen. Das Glas ist heute herausgehauen worden. „Sie bekommen schöne neue Scheiben und der Rahmen wird auch gestrichen“, sagte mir vorhin ein freundlicher Malermeister. „Schön!“, antwortete ich. Irgendwie konnte ich meiner Freude nicht so recht Ausdruck verleihen. Die auf dem Foto zusehenden Füße gehören einem der Maler. Er macht den Rahmen sauber. Damit er schön gestrichen werden kann. Ich weiß das, weil er gerade auf meinem Balkon sitzt und die Füsse nach unten baumeln lässt.

Immerhin geht es voran. In ein, zwei oder fünf Wochen wird der Krach vorbei sein.