Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote und zwei Fische bei uns.
Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt. Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten, wurden zwölf Körbe voll.
Es waren etwa fünftausend Männer, die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

Mt 14,17-21

Die Jünger verteilen die Brote. Unter ihren Händen wird das Wunder erst greifbare Wirklichkeit. Jesus wirkt dieses Wunder mit dem wenigen, das sie gebracht haben, durch sie. Hier wird schon etwas von der Realität des Amtes in seiner Gemeinschaft, der Kirche, deutlich. Die Jünger erleben leibhaftig, wie ihr Realismus durch den Realismus des Herrn überboten wird.

Vielleicht erinnern sich die Jünger ja beim Austeilen an den nie versiegenden Öltopf der Witwe von Zarephta (i Kon 14-16) oder an die Brotvermehrung bei Elischa, dem Schüler und Nachfolger des großen Elias (2 Kon 4,42-44). Jedenfalls erleben sie hier unter ihren eigenen Händen ähnliches, aber ungleich mehr. Sie dürfen „Ähnlichkeit und Überbietung“ (Klaus Berger) als konkrete Wirklichkeit erleben.

Der Hinweis auf die übriggebliebenen Brotstücke zeigt nicht nur die Realität des Wunders, ist nicht nur Mahnung zum sorgfältigen Umgang mit Nahrungsresten, sondern läßt schon darüber hinaus eine ganz andere Wirklichkeit aufleuchten: die wirkliche Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus in der Eucharistie, die „Real-Präsenz“. Die Brotvermehrung ist weder Armenspeisung noch Familienpicknick, sondern Einbruch der göttlichen Realität in die begrenzte Wirklichkeit unseres Alltags. Das ist kein fernes Geschehen, sondern auch heute Realität. Jedes Gebet vor dem Tabernakel kann so zur „Realitätstherapie“ werden. Keine Angst vor der Realität Gottes, stellen wir uns ihr, auch vor dem Tabernakel, dann werden wir wirklich erfahren, daß uns nichts „von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist“ (Rom 8,39), scheiden kann!

Aus: Wilhelm Imkamp, Fit für die Ewigkeit, Augsburg, 2009, S. 106 ff