Mit der Bestie auf DU
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Selbst schuld

Als Kind fuhr ich gerne Fahrrad. Das Fahren war kein Problem, das Abstellen des Rades ein größeres. Abschließen und Schlüssel verlieren war die Regel. Abhilfe schaffte ein Zahlenschloss. Mit dreimal die Ziffern von 0 bis 9 konnte das Schloss codiert werden. Das war die Lösung. Ich konnte keinen Schlüssel mehr verlieren, weil ich das Zahlenschloss auf eine gewünschte geheime Nummer einstellen konnte, die nur ich wusste und sonst niemand. Das war die perfekte Sicherheit.

Nur: Die Sicherheit hatte einen Haken. Schneller als ich Schlüssel verlor, vergaß ich die Zahl zum Öffnen des Zahlenschlosses. Ich war schon damals sehr findig. Also habe ich mich neben mein Rad gesetzt, mit leichter Spannung auf das Schloss begann ich bei 000 um irgendwann bei 999 zu enden. Dazwischen musste meine geheime Geheimzahl liegen.

Zehn bis fünfzehn Minuten und das Passwort war geknackt. Yeah! Oder hieß es damals noch ‚knorke’? Ich hatte das Geheimnis des Passworthacks entdeckt. Fleiß, statt Hirn.

Zum nächsten Geburtstag wünschte ich mir ein Zahlenschloss mit vier Stellen. Das ist viel sicherer, dachte ich. Statt 1000 Versuche hat der Fahrraddieb 10000 Versuche, bis er das Schloss geöffnet hat. Das dauert. Zehnmal so lang.

Meinen Geburtstagswunsch habe ich bereut. Als ich auf dem Bordstein saß und in strömenden Regen das Zahlenschloss hacken wollte. Als achtjährige kannte ich schon durchaus schlimme Worte.

Passwortknacken ist ganz einfach. Jeder Depp kann das. Ich brauche ein kleines Progrämmchen, das das Passwortfeld mit allen Ziffern von 0 bis irgendwas füllt und den Submit Button drückt. Aus die Maus.

Habe ich ein einstelliges Passwort, mit 10 Ziffern, so habe ich maximal zehn Versuche und das Passwort ist bekannt. Bei zwei Ziffern sind es schon 100 Versuche (maximal).

Die Dauer ein Passwort zu knacken wächst exponential zur Länge des Passwortes. Ein 9-stelliges Passwort aus Ziffern muss 999 999 999 Möglichkeiten durchexerzieren, bis das Wort bekannt ist. Neun Stellen 109 sind schon ganz ordentlich. 12 oder 16 Stellen (1012 oder 1016) sind besser.

Noch besser ist es, wenn sämtliche Zeichen für ein Passwort ausgenutzt werden. Dann kommen zu den 10 Ziffern noch 26 Klein- und 26 Großbuchstaben dazu. Sonderzeichen wie !.? etc sind ebenfalls gut geeignet, denn Zeichenvorrat zu erhöhen.

Allein 52 Buchstaben (groß und klein) und zehn Ziffern bilden einen Vorrat von 62 Zeichen. Um bei einem einstelligen Passwort sämtliche Passworte auszuprobieren, sind schon 62 verschiedene Eingaben notwendig. Ein achtstelliges Passwort benötigt 628 = 218 340 105 584 896 Versuche bis es geknackt ist. Das dauert.

Um es Hackern besonders schwer zu machen, sollte ein Passwort größer 10 Stellen aus allen verfügbaren Zeichen genommen werden. Das reicht.