Mit der Bestie auf DU
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Frische Martinsgänse sind dieses Jahr schwer zu bekommen

Schwarm längst vergangener Kindertage. Der weiße Ritter auf seinem weißen Schimmel reitet herbei. Das Warten hat ein Ende. Doch nein, er war es nicht. „Mutter“, die bange Frage, „hat er mich vergessen? Oder … hat er eine andere gefreit?“

„Nein, mein holdes Kind“, erwidert die welterfahrene Mutter, „er ist nur auf einem Kreuzzug.“

„Oh“, seufzt das Mädchen, „dann ist es wohl.“

Und so verschwindet die Mädchenzeit, die Ritter werden farbloser, fast wie gewöhnliche Menschen. Ritter! Gibt es nicht mehr! Die Kreuzzüge? Ein Gemetzel!

So entstehen Mythen und Legenden, die Wahrheit vermengt sich zu Fantasterei, angeheizt und befeuert von Kräften, denen nichts an historischer Wahrheit sondern nur an aktuellen politischen Interessen liegt. Ritter, und damit eng verbunden, Ritterorden haben allenfalls ein Recht auf gute Hollywoodverfilmungen oder auf Folkloristik im gemütlichen Sinn.

„Wem das so klingt, der hat vor allem ein Bildungsproblem“, so der Apostolische Protonotar Imkamp. „Tatsächlich sind die geistlichen Ritterorden als Orden von Laien, die ihre Weltverantwortung ernst nehmen, ein großartiges Beispiel dafür, das auch schon vor dem II. vatikanischen Konzil die Kirche durchaus auch Leitungsverantwortung von Laien kannte und schätze.“

Laienbewegung und Volksfrömmigkeit. Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sollten nach den klassischen Rittertugenden Beständigkeit, Maß, Treue und Mildtätigkeit leben. Imkamp: „Jede Berufung muss als Gnade verstanden werden, und zwar als eine Gnade, die zur Hilfe anderer Menschen gegeben wird. Insofern ist auch die Berufung in den Ritterorden vom Heiligen Grab eine Berufung, die den Berufenen besondere Opfer für das Heftige Land abfordert.“

Vor über 800 Jahren gegründet, wuchs der Ritterorden vom Heiligen Grab ganz im Sinne der katholischen Kirche. 1951 erfolgte die Gründung der Komturei Augsburg. Am 24. Juni pilgern die Ritter und Damen des Ordens schon traditionell nach Maria Vesperbild.
Damen? Ja! Völlig unaufgeregt von jeder überbordenden hysterisch emanzipatorisch geführten Diskussion sind auch Frauen im Ritterorden willkommen. Warum auch nicht? Die Zielsetzung ist gut katholisch: Gelebte Menschlichkeit und Toleranz.

Das neuzeitlich verkommene Gutmenschentum hat allerdings keinen Platz in dieser aus der Tradition gewachsenen Volksfrömmigkeit.

24. Juni – Hochfest Geburt des hl. Johannes des Täufers
Pilgerfahrt der Komturei St. Ulrich und Afra, Augsburg, Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem