Mit der Bestie auf DU
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Rosenkranzkönigin

Die Kirche birgt einen riesigen Fundus an Liedern und Gebeten. Jahrhunderte, ja, Jahrtausende alt. Wer sich bedienen möchte hat die Qual der Wahl. So auch ich.

Ich bin ein sogenanntes Gewohnheitstier. Wenn ich ein Gebet gefunden habe, das mir zusagt, so bleibe ich dabei. Zu meinem Standardrepertoire gehören: Credo, Pater noster, ave Maria, Gloria … auch auf Deutsch.

Am liebsten ist mir die Zusammensetzung der Gebete im Rosenkranz. Das freudenreiche, das schmerzhafte und das glorreiche Geheimnis. Ich bin vielleicht ein wenig anspruchslos, aber die Fülle, die in den drei Geheimnissen steckt reicht mir voll und ganz. Herz was willst Du mehr?

Seit 2002 ist ein viertes Geheimnis dazugekommen. Ich bin durchaus nicht abgeneigt Neues auszuprobieren. Das mache ich beim weltlichen Gegenstück, dem Kochen, genauso. Schuhbecks Niedrigtemperaturkochen finde ich gut. Diverse Kochkunststücke schaffe ich auch noch. Nur … ob das in meine Hausmannskostrezeptur Einzug hält ist fraglich.

Das lichtreiche Geheimnis gehört nicht zu meiner katholischen Hausmannskost. Sicher, das lichtreiche Geheimnis ist approbiert und gehört zum Fundus der katholischen Gebetsvielfalt. Aber ich kann nichts damit anfangen. Im Übrigen: Was ist geheimnisvoll an etwas, das reich an Licht ist? Ja ja, die übliche Standardantwort „das Licht ist so grell, dass es blendet und verbirgt“ kenne ich. Überzeugt mich nicht.

Murli möchte den lichtreichen Rosenkranz ab und zu beten, also bete ich ihn mit. Warum auch nicht. Das lichtreiche Geheimnis ist das Einzige, dass wir zweisprachlich Beten. Ich bete meinen Teil auf Latein. Die deutsche Übersetzung ist so ziemlich das Dümmste, was mir untergekommen ist. Was hat der Berg mit der Verklärung zu tun? Der Heiland hat das Himmelreich angekündigt, nicht verkündet.

Neuem bin ich durchaus aufgeschlossen. Ob das Neue meiner Prüfung standhält wird sich zeigen. Neuen Gebeten bin ich ebenso aufgeschlossen. Damit meine ich natürlich nicht Gebete, die durch ihre Intention schon anrüchig sind. Wenn z. B. ein Gott des Aufbruchs oder des Fußballs angebetet wird, dann sage ich sofort nein. Mein Gott ist der Dreifaltige, ein einfältiger Partikulargott ist ein Götze.

Den Babyrosenkranz habe ich sorgfältig geprüft. Schön, habe ich gedacht, aber ich kann nichts damit anfangen. Also bete ich ihn nicht. Damit ist für mich die Sache erledigt. Sollen andere sich doch darüber erregen, ob oder ob nicht zum Gebet geeignet.

Durch diesen Babyrosenkranzhickhack bin ich aber auf ein anderes Gebet aufmerksam gemacht worden. Eine Litanei, die ich zwar kannte (in der Bedeutung von „ich weiß das es sie gibt“), aber nie beachtet habe. Die Lauretanische Litanei. Die hat was. Die hat das Zeug, teil meiner katholischen Hausmannskost zu werden.

Einfach, nahrhaft, gut.

Danke für den Tipp, Andreas.