Mit der Bestie auf DU
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Frische Martinsgänse sind dieses Jahr schwer zu bekommen

Bibliothekstigerin Jenny mit Besuch - mal aus dem richtigen LebenDer Urlaub war schön. Prinzessin Anni ging wohlgemut und aufgeräumt in die Bibliothek.

„Hallo Jenny“, begrüßte sie die Bibliothekstigerin, „wie ist Dir der Urlaub bekommen?“

Doch statt der erwarteten freudigen Antwort gab Jenny, die Bibliothekstigerin, nur „sind Wahlen im kleinen, aber wohlbekannten Königreich“ von sich. Dabei sah sie recht griesgrämig aus.

„Wahlen?“, fragte Prinzessin Anni verwundert, „was für Wahlen? Davon weiß ich nichts.“

„Wer wird neuer König oder wer wird neue Königin. Pest oder Cholera. Niemand hat gewusst, dass Wahlen anstehen, weil König und Königin so schön miteinander kuscheln, dass gar kein Unterschied in ihrer Art zu regieren festzustellen ist.“

„Ah, ja. Schön. Wenn also Wahlen sind und keiner etwas davon mitbekommen hat, dann soll uns das auch nicht stören. Nochmal: Wie ist Dir der Urlaub bekommen?“

„König und Königin begannen ihre Regierungszeit mit einem prima Knall. Steuer um 3% rauf, obwohl die Königin nur eine Erhöhung von zwei und der König gar keine Erhöhung der Steuern wollte – bevor er regieren durfte.“

„Jenny, wie war Dein Urlaub?“

„Glaub mal ja nicht, dass danach gespart wurde. Die Schulden wuchsen ins Unermessliche.“

„Während Deines Urlaubs? Du musst Dich aber amüsiert haben.“ „

Wie amüsiert? Ich rede von der Regierungszeit unseres Königspaares. Steuern rauf, Schulden rauf und Bildung runter.“

„Jenny, jetzt hörst Du Dich aber an, wie eine Vertreterin der zu kurz gekommenen.“

„Bitte? Unterlass gefälligst diese Unterstellung.“

„Und wer ist nach Meinung einer Bibliothekstigerin geeignet, es besser zu machen?“

„Immerhin hat Horsti aus M. vorige Tage einen durchaus akzeptablen Vorschlag gemacht. Und sein Knappe macht auch keinen schlechten Eindruck.“

„Na siehst Du, Jenny, es ist doch halb so schlimm. Es ist doch was Wählbares für die Wahl, die keiner zur Kenntnis nimmt, da.“

„Oh, Prinzessin Anni. Du bist vielleicht naiv. Horsti aus M. und sein Knappe müssen sich erst einmal durchsetzen, gewählt werden. Die können aber nur in einer kleinen Grafschaft des Königreichs gewählt werden. Im Rest des Königreichs nicht. Da wird nicht von Steuersenkungen geredet. … Na, ja, einer macht das noch. Der ist aber mit seiner Gefolgschaft ziemlich klein.“

„Siehst Du, Jenny, es geht doch. Also, dann wählen wir Steuersenkungen und damit Ankurbelung der Wirtschaft und damit Arbeit für alle und damit Wohlstand für alle. Prima! Das sagt auch die gestiefelte Anni. Was willst Du mehr. Wie war denn nun Dein Urlaub?“

„Tätest Du jemand wählen, der Tötung auf dem Wahlprogramm stehen hat?“

„Jenny, jetzt wirst Du aber albern. Ziemlich sogar!“

„Nein, nein. Das Wort Tötung steht in keinem der Programme. Da steht nur etwas von Stammzellenforschung, Abtreibung oder Spätabtreibung.“

„Homo homini lupo. Und da gibt es nichts, was man machen kann? Wen ich wählen kann, meine ich.“

„Guck doch mal einfach hier. Da werden Dir Fragen vorgestellt, die kannst Du gewichten, und dann wird Dir gezeigt, welche Partei Deinen Vorstellungen am nächsten kommt. Die Partei wählst Du dann mit Deiner Zweitstimme. Falls Dir der Lebensschutz für Menschen etwas bedeutet, dann wirst Du beim Wahlomaten nicht besonders fündig. Rührige Menschen haben einen Lebensschutz-Wahl-o-Mat zusammengestellt, in dem die Abgeordneten vertreten sind, die sich bisher gegen die Ermordung von Menschen ausgesprochen haben und die es nach der Wahl auch machen wollen. Viele sind es nicht, aber denen kann man die erste Stimme auf dem Wahlzettel geben.“

„Ich glaube, ich mache erstmal Urlaub. Jenny, wir treffen uns am Montag noch einmal und dann machen wir mit dem Theofrosch weiter.“ Gedankenverloren grapschte Prinzessin Anni unter ein Bücherregal, zog ihre vergoldete Kugel hervor, murmelte etwas wie „Abwrackprämie“ und verließ die Bibliothek.