Mit der Bestie auf DU
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Christkinds little helper

Anni mit  Mikrofon„Es war einmal eine alte Frau, du hast wohl ehe eine alte Frau sehn betteln gehn? diese Frau bettelte auch, und wann sie etwas bekam, dann sagte sie ‚Gott lohn Euch.‘

Die Bettelfrau kam an die Tür, da stand ein freundlicher Schelm von Jungen am Feuer und wärmte sich.

Der Junge sagte freundlich zu der armen alten Frau, wie sie so an der Tür stand und zitterte ‚kommt, Altmutter, und erwärmt Euch.‘

Sie kam herzu, ging aber zu nahe ans Feuer stehn, daß ihre alten Lumpen anfingen zu brennen, und sie wards nicht gewahr.

Der Junge stand und sah das, er hätts doch löschen sollen? Nicht wahr, er hätte löschen sollen? Und wenn er kein Wasser gehabt hätte, dann hätte er alles Wasser in seinem Leibe zu den Augen herausweinen sollen, das hätte so zwei hübsche Bächlein gegeben zu löschen.“

Gebrüder Grimm, Kinder und Hausmärchen

So haben es meine verstorbenen Freunde Grimm berichtet.

Heute ist es natürlich viel einfacher. Kein Warten auf eine Bettlerfrau kein Rumgehampel – brennt sie endlich, brennt sie endlich? Ein Anruf bei Gevatter Tod und schon hat man ein gutes Werk getan und einer armen, alten ängstlichen Frau die schlimmsten Sorgen genommen.

Das ist edel!

Nebenbei lässt sich die Haushaltskasse durch eine kleine Erbschaft aufbessern.

Folgende Szene könnte sich so – oder ähnlich – demnächst in jedem modernen Haushalt abspielen:

Frau am Telefon: „Tante Frieda, wir haben den Tag deines Ablebens auf Morgen festgelegt. 12:00, ist so schön symbolisch. Ändere aber nicht mehr dein Testament … Ach so, stimmt, das liegt ja sicher bei uns.“

Zu ihrem Mann: „Die macht vielleicht ein Theater … nur weil sie Morgen sterben muss. Andere würden sich freuen, wenn sie ihre Todesstunde wüssten. Aber … mir wird auf einmal so komisch … Heinz.“

Heinz: „Ja Schatz, ich wollte doch nur ausprobieren, ob das Gift für Tante Frieda wirkt. Da habe ich dir eine kleine Portion in den Tee geschüttet.“

Kinder (entrüstet): „Also Papi, das war nicht notwendig, Mami als Versuchskaninchen zu nehmen. Du hast doch grade die Testportion Gift getrunken.“

Das ist verwerflich, denn auch der Tod wird zu einem Verfügungsgegenstand.

Achtung vor dem Leben? Was ist denn das?

Es wird Zeit, dass Gesetzeslücken, die solch ein mörderisches Treiben zulassen, geschlossen werden. Aber damit ist nicht zu rechnen, da wichtigere Dinge anstehen, wie z. B. die Kampagne gegen die Dicken.

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